Basics

"Es ist ein Raum bei mir,
da sollst du leben und bei mir sein,
und ich werde mich dir zeigen."

Zuspruch Gottes an Mose in 2. Mose 33

Respektvoller Umgang mit hilfesuchenden Menschen gehört zu den grundlegenden Bedingungen therapeutischen und seelsorgerlichen Handelns wie z.B. auch Sachkompetenz oder fachliche Kontrolle.

Neben den allgemeingültigen Prinzipien der Beratungs- und Therapiearbeit gehören zur Therapeutischen Seelsorge bei LebensRäume:

1. der christliche Glaube

Bei Jesus Christus sind alle Menschen willkommen. Deshalb ist LebensRäume eine Einladung für alle Menschen, gleich welcher ethnischen oder religiösen Herkunft.

Die Arbeit bei LebensRäume beruht auf christlichen Werten und Überzeugungen.
In alle Angebote bei LebensRäume kann und darf der persönliche Glaube an Jesus Christus einbezogen werden. Menschen, die ihre Identität wie ein zerbrochenes Bild empfinden, sollen den Zuspruch Gottes und ihre Berufung zur Ebenbildlichkeit, also ihre Möglichkeit zu Willenskraft, Verantwortung, Liebe, Aufrichtigkeit, Freiheit und Ganzheit erfahren können.
Ratsuchende dürfen ihre eigene Art finden, die persönliche Gottesbeziehung zu gestalten. Wir begleiten diesen Prozess gern auf der Grundlage des von allen christlichen Kirchen gesprochenen Bekenntnisses zu Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist.

2. Freiwilligkeit

Alle Angebote bei LebensRäume basieren auf Freiwilligkeit. Wenn Ratsuchende von anderen unter Veränderungsdruck gesetzt werden oder innerhalb unserer Arbeit moralische Enge zu spüren meinen, hoffen wir, dass dies mit uns angesprochen wird. Alle therapeutischen Interventionen sind als Anregungen zu verstehen; die Ratsuchenden entscheiden, was sie für sich als passend empfinden.
Die Freiheit der Menschen, sich entdecken zu können, ist für uns ein sehr hohes Gut.

3. Entscheidungsoffenheit

Alle Prozesse, die innerhalb der Angebote von LebensRäume angestoßen werden, sind grundsätzlich entscheidungsoffen, d.h. die Entscheidung über den eigenen Lebensentwurf wird immer von den Teilnehmenden gefällt.

4. Vertragsorientierung

Sollte innerhalb der Angebote an persönlichen Lebens- und Glaubensfragen gearbeitet werden, dann geschieht dies in Bezug auf zuvor abgesprochene Ziele, die mit den Teilnehmenden ausgehandelt werden. Teilnehmende sollen Hoffnung für ihr Leben erhalten und erfahren, dass sie Problemlösungsmöglichkeiten selbstverantwortlich umsetzen können.

5. Zeit haben

Unser Wunsch ist, dass sowohl Seelsorgende als auch Ratsuchende sich ausreichend Zeit für die seelsorgliche Begegnung nehmen.

Die Mitarbeitenden investieren, außer für die gemeinsame Arbeit mit den Ratsuchenden, Zeit für Vor- und Nachbereitung, Fürbitte und hörendes Gebet, Supervision und fachlichen Austausch.

Wir bitten die Personen, die die Angebote von LebensRäume nutzen wollen, Zeit für die Vor- und Nacharbeit zu berücksichtigen. Die Teilnahme an einem Beratungsprozess oder einem Seminar ist ein sehr persönlicher Einsatz an Geld, Zeit und Kraft. Ihr Gewinn kann meist nur ausgeschöpft werden, wenn genug Zeit zum Vor- und Nachbereiten eingeplant ist.

6. Vernetzung

Gott hat uns in Gemeinschaft mit anderen Menschen hinein geschaffen, damit wir sein Wort mit der Stimme von Menschen hören können.

Solche segnenden Beziehungen wünschen wir uns für die Ratsuchenden und für uns als Mitarbeitende, und hoffen, dass auf diese Weise Gemeinde Gottes gebaut wird.

6.1 Gemeinde und soziales Netz

Wir ermutigen unsere Mitarbeitenden, aktives Mitglied einer christlichen Gemeinde zu sein, Freundschaft zu lernen und eine Beziehung zu leben, in der sie ehrlich Rechenschaft über sich selbst geben können.

Wir wünschen uns für die Teilnehmenden, dass sie ein Netz von Beziehungen aufbauen, in dem sie das Erlebte und Erreichte nacharbeiten können.

6.2 Netzwerk für Seelsorgende der Region Bamberg

LebensRäume möchte einen Beitrag leisten, um ehrenamtliche Seelsorgende zu unterstützen.

Die "Tankstelle für Wegbegleiter" ist gedacht für Seelsorgerinnen und Seelsorger aus der Region Bamberg, die sich dem Menschen- und Gottesbild der Bibel verpflichtet fühlen und Unterstützung für ihre seelsorgerliche Arbeit und ihre persönliche Entwicklung suchen.

Die Treffen finden monatlich abends statt. Die Arbeit der Gruppe lebt von Beiträgen und Fragen der Teilnehmenden. Im gegenseitigen Austausch, Gebet und gemeinsamen Hören auf Gottes Reden öffnen wir uns für die Antworten und Berührungen Gottes.

6.3 Vernetzung mit christlichen Gemeinden und Werken

Als Seelsorgende brauchen wir den Zuspruch, den Segen und die konstruktive Kritik der anderen. Gott hat uns in Gemeinschaft mit anderen Menschen hinein geschaffen, damit wir sein Wort mit der Stimme von Menschen hören können. Mit gegenseitiger Fürbitte und Segnung nehmen wir am Ergehen der anderen teil.

Therapeutische Seelsorge bei LebensRäume möchte als ein Baustein dabei sein, damit das Reich Gottes aufgebaut wird. Durch unterstützende Beziehungen soll das Konzept christlicher Seelsorge weiterentwickelt und differenziert werden. Im gegenseitigen Austausch und durch gemeinsame Arbeit werden Sinn- und Werteorientierung, therapeutisches und seelsorgerliches Wissen und therapeutische Methodik reflektiert, überprüft und erweitert, um eine qualitative Verbesserung der Beratung und Behandlung von Ratsuchenden zu erreichen.

7. Finanzierbarkeit

Therapeutische Seelsorge bei LebensRäume ist finanziell unabhängig von allen staatlichen und gesetzlichen Zuschüssen. Die Kosten für die Beratung oder die Seminare müssen daher von den Ratsuchenden selbst aufgebracht werden.

An einer finanziellen Notlage darf aber nach unserer Überzeugung die Möglichkeit, Therapeutische Seelsorge zu erhalten, nicht scheitern.
Deshalb besteht für Ratsuchende aus der Region, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, eine Kooperation mit dem Rückenwind - Hilfe für Menschen in Lebenskrisen e.V., der auf Antrag und nach Offenlegung der finanziellen Situation Therapeutische Seelsorge ermöglicht.